Heidis Buchtipp des Monats

Unsere Kollegin Heidi Prax stellt einmal im Monat unter dem Motto “Bücher und mehr” in unserer Bücherei Bücher abseits der Bestseller-Listen vor, die sie selbst gelesen und bewertet hat. Passend dazu gibt es in unserem Blog “Heidis Buchtipp des Monats”.

Wir wollen Ihnen jeden Monat zwei dieser besprochenen Titel vorstellen.

Isabel Allende, Mayas Tagebuchm

  • Im Mittelpunkt steht die 19jährige Amerikanerin Maya Vidal, die bei ihren Großeltern in Berkeley lebt. Als sie 16 Jahre alt ist, stirbt ihr über alles geliebter Großvater, ihre Großmutter versinkt in tiefer Depression, und Maya verliert jeden Halt.
  • Maya ist die Tochter eines chilenischen Piloten und einer dänischen Flugbegleitern. Eine Woche nach ihrer Geburt wurde sie bei ihren Großeltern abgegeben. Nini, ihre Oma, musste nach dem Sturz von Allende fliehen und lebt nun mit ihrem zweiten Ehemann in den USA.
  • Bis dahin war Maya ein behütetes Kind, gesund, sportlich, gut in der Schule. Doch in ihrer Trauer, Hilflosigkeit und Einsamkeit gerät sie in schlechte Gesellschaft, beginnt zu trinken, nimmt Drogen, wird straffällig, kommt ein eine Institution. Sie flieht per Anhalter, erlebt eine traumatische Vergewaltigung durch einen LKW-Fahrer und landet in Las Vegas. Sie stürzt völlig ab, lebt auf der Straße, tut für Drogen alles und wird schließlich in ein gefährliches Verbrechen verwickelt (Falschgeld). Schließlich muß sie vor Killern aus dem Drogenmilieu und korrupten Polizisten fliehen.
  • Eine hilfreiche Christin benachrichtigt schließlich Mayas Großmutter, die ihre Enkelin sofort abholt und aus der Schusslinie bringt, indem sie sie in ihr Heimatland Chile schickt, zu einem alten Freund auf eine winzige Insel vor der Küste.
  • Auf Chiloe leben 300 Einwohner, und Manuel, der alte Freund ihrer Nini. Zunächst skeptisch angesichts der Einfachheit und Abgeschiedenheit des Lebens auf der Insel, gewöhnt sich Maya jedoch dank der Liebenswürdigkeit der Bewohner schnell ein. Sie lernt die alten Riten der Chiloten kennen, hilft der Lehrerin Barbara , den Kindern Englisch und Lesen beizubringen, lernt die Liebe mit einem amerikanischen Backpacker kennen und findet schließlich Heilung an Körper und Seele.
  • Nach und nach erfährt sie Manuels Geschichte und einige Geheimnisse aus ihrer eigenen Familie und der Geschichte Chiles.

30 Jahre nach dem Erscheinen des „Geisterhauses“ hat Allende eines ihrer besten Bücher geschrieben. Die bekennende Feministin zeichnet mit Maya eine starke, sympathische Frauenfigur, die trotz widrigster Umstände niemals ihre Würde und ihre Kraft verliert.

Virtuos springt Allende zwischen Mayas beiden kontrastreichen Leben hin und her, vom menschenverachtenden, lebensgefährlichen Drogenmilieu in Las Vegas und dem Inselidyll Chiloe, wo sogar Ziegen in den verdienten Ruhestand gehen. Stets hält Allende die Balance zwischen Zartheit und Brutalität, zwischen Poesie und knallhartem Realismus, zwischen Irdischem und Spirituellem.

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