Heidis Buchtipp des Monats

Unsere Kollegin Heidi Prax stellt einmal im Monat unter dem Motto “Bücher und mehr” in unserer Bücherei Bücher abseits der Bestseller-Listen vor, die sie selbst gelesen und bewertet hat. Passend dazu gibt es in unserem Blog “Heidis Buchtipp des Monats”.

Wir wollen Ihnen jeden Monat zwei dieser besprochenen Titel vorstellen.

Elisabeth Sandmann:
Der gestohlene Klimt – wie sich Maria Altmann die Goldene Adele zurückholte

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Mitte im I. WK wird Maria Altmann in Wien in eine wohlhabende jüdische Familie hineingeboren. Ihre früh verstorbene Tante Adele Bloch-Bauer geht bei dem Maler Gustav Klimt ein und aus; 1907 stellt er ihr Portrait fertig, das berühmte „Bildnis der Goldenen Adele“. Mit dem Einmarsch der Nazis wird der gesamte Besitz der Familie enteignet / geraubt, von der großen Kunstsammlung bleibt buchstäblich nichts.

Als sich die überlebenden Erben nach 1945 um Rückgabe bemühen, erleben sie Lügen, Intrigen, Ausweichmanöver, die sie in vollem Umfang erst 50 Jahre später begreifen.

Jetzt beschließt Mari, 84 Jahre, den Staat Österreich von ihrer neuen Heimat Amerika aus zu verklagen auf Rückgabe der gestohlenen Bilder – die unglaubliche Geschichte einer Frau, die sich nicht beirren lässt und einen fast aussichtslosen Kampf um Gerechtigkeit am Ende gewinnt

Ihre Tante Adele ist gebildet, kunstsinnig, avantgardistisch und mehr als beglückt, als ihr Mann beim berühmten Klimt ein Portrait von ihr in Auftrag gibt, das den Auftakt bildet zu einen feinen Sammlung von „Klimts“.

Als sie unerwartet früh an Mengitis stirbt, hinterlässt sie in ihrem Testament den Wunsch, ihr Mann möge nach seinem Tod die Bilder der „Österreichischen Galerie“ hinterlassen.

An diese Bitte fühlt sich ihr Mann nicht mehr gebunden, nachdem er 1938 ins Schweizer Exil fliehen musste und vorher enteignet wurde.

Die überlebenden Familienmitglieder leben über die ganze Welt verstreut, und ihre Bemühungen, wenigstens einen Teil der Kunstsammlung zurückzubekommen, finden keinerlei Gehör in Österreich. Es wird verschleppt, verzögert und sehr offensichtlich auf eine biologische Lösung gesetzt.

Erst 1998 ändert sich die Lage, gemeinsam mit dem jungen Anwalt Randolph Schoenberg nimmt Maria Altmann den Kampf ihres Lebens auf. Bis vors höchste Gericht der USA wird sie gehen, und sie wird endlich Recht bekommen.

Leider werden einige der Bilder an Privatpersonen versteigert, die „Adele“ wird von Ralph Lauder gekauft und in einem Museum ausgestellt.

2015 wird Marias Geschichte mit Helen Mirror als „Frau in Gold“ verfilmt.

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