Heidis E-Book des Monats

Unsere Kollegin Heidi Prax stellt einmal im Monat unter dem Motto “Bücher und mehr” in unserer Bücherei Bücher abseits der Bestseller-Listen vor, die sie selbst gelesen und bewertet hat. Passend dazu gibt es in unserem Blog “Heidis E-Book des Monats”.

Wir wollen Ihnen jeden Monat zwei dieser besprochenen Titel vorstellen.

Cay Rademacher, Der Fälscher

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Das Buch ist der der dritte Teil einer Trilogie   (1. Band „Der Trümmermörder“, 2. Band

„Der Schieber“).

Hamburg, 1948: Bei einem Routineeinsatz in Sankt Pauli wird Oberinspektor Frank Stave angeschossen. Nach seiner Genesung wechselt er von der Mordkommission zum Chefamt S, das den Schwarzmarkt und Schiebereien bekämpft. Gleich zu Beginn wird er mit einem rätselhaften Fall konfrontiert. Trümmerfrauen haben in den Ruinen eines Handelshauses expressionistische Büsten aus der Weimarer Zeit gefunden, gleich neben einem Skelett, dessen Identität sein ehemaliger Kollege von der Mordkommission offenbar gar nicht so recht aufklären möchte. Im Lauf der Geschichte erfahren wir mehr über das Vorleben von Kollege Dönnecke, einem sadistischen Nazi, grausam und unbelehrbar. Im Krieg war er „zur besonderen Verwendung“ eingesetzt. Was hat er mit den tuberkulosekranken Kindern getan?

Dönnecke führt ein Dossier über Stave, der nie ein Nazi war, und Stave ist wild entschlossen, ihn wegen seiner Taten im Dritten Reich vor Gericht zu bringen, was ihm am Ende auch gelingt.

Staves Freund, Leutnant McDonald von den britischen Besatzungstruppen vertraut ihm ein weiteres Problem an: auf dem Schwarzmarkt sind seltsame Geldscheine aufgetaucht, was die Alliierten mächtig nervös macht und ihre Pläne empfindlich stören könnte.

Stave entdeckt bald Verbindungen zwischen beiden Fällen und kann es auch nicht lassen, im Fall des unbekannten Toten mit Resten eines gelben Sternes zu ermitteln, der im ehemaligen Kontor des Bankiers Schramm gefunden wurde, einem Kunstsammler und Unterstützer verfolgter Juden. Er sammelte sogenannte entartete Kunst und er half seinem jüdischen Buchhalter Rolf Rosenthal.

Als der Tag X kommt, die Einführung einer neuen Währung, über die schon seit Wochen gemunkelt wurde, sind die Schaufenster plötzlich voll mit lang entbehrten Waren – und Stave scheint kurz vor der Lösung der Fälle zu stehen.

Rademacher schildert präzise, detailliert und kenntnisreich die aufwendige Logistik, die Riesenaktion, die notwendig ist, um die Stadt zeitgleich mit den neuen Scheinen und Münzen zu versorgen. 130 Lastwagen und zusätzliche Busse verteilen die Millionen neuer Deutscher Mark an die Ausgabe- und Umtauschstellen in der Stadt. Panisch versuchen Schieber und Schwarzmarkthändler, die fast wertlos gewordenen Reichsmark umzutauschen. Das Auftauchen der Fehldrucke auf dem Schwarzmarkt findet eine verblüffende Erklärung.

Wir treffen Erna wieder, Staves frühere Sekretärin, die sich scheiden ließ, um McDonald zu heiraten, von dem sie ein Kind erwartet und mit dem sie nach Schottland gehen wird. Auch Franks rätselhafte Geliebte Anna taucht wieder auf und lüftet ihr Geheimnis – ihre Ehe mit einem hochrangigen SS-Mann, der angeblich tot ist, sich jedoch in einem italienischen Kloster versteckt und über die Rattenlinie nach Argentinien flüchten will.

Staves Sohn, der begeistert und freiwillig in den Krieg zog und schwach, desillusioniert und zynisch aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt ist, lebt im Schrebergartenhäuschen, baut Tabak für den Schwarzmarkt an. Langsam beginnt er, auch innerlich zu gesunden, Vater und Sohn nähern sich wieder an.

 

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