Heidis E-Book des Monats

Unsere Kollegin Heidi Prax stellt einmal im Monat unter dem Motto „Bücher und mehr“ in unserer Bücherei neue Bücher abseits der Bestseller-Listen vor, die sie selbst gelesen und bewertet hat. Passend dazu gibt es in unserem Blog „Heidis E-Book des Monats“.

Wir wollen Ihnen jeden Monat zwei dieser besprochenen Titel vorstellen.

Ian McEwan: Honig

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  • Die Geschichte beginnt in den späten 60igern. Serena Frome, Tochter eines moderaten anglikanischen Pfarrers, wächst mit ihrer Schwester in einem harmonischen Elternhaus auf. Sie spielt Schach, ist mathematisch begabt und eine begeisterte Leserin. In Cambridge studiert sie Mathematik und beginnt eine Affäre mit ihrem Professor Tony Canning (einem ehemaligen Mitarbeiters des Geheimdienstes MI 5).
  • 1972 befinden wir uns mitten im Kalten Krieg, die Erinnerung an die Spione Philby, Burgess, MacLean ist sehr lebendig. Vor allem an den Universitäten hat jede Seite versucht, die zukünftige Elite, die Intelligentia zu rekrutieren, zu überzeugen.
  • Serena liest Solschenyzins „Archipel Gulag“ und kritisiert die Sowjetunion öffentlich. Der MI 5 wird auf sie aufmerksam und lädt sie zu einem Bewerbungsgespräch ein. Tony, ihr Professor und Geliebter bereitet sie intensiv auf das Gespräch vor, während ihrer geheimen Wochenenden in einem abgelegenen Cottage in Essex. Dann, plötzlich und unerwartet, beendet er die Beziehung unter einem Vorwand.
  • Serena wird eingestellt und erhält eine schlecht bezahlte Stelle in der Registratur, wo sie Akten an- und ablegt über englische Kommunisten und irische Separatisten. Die Terrorzellen von RAF, den Roten Brigarden, der IRA, der Tupamaros beginnen, sich zu organisieren.
  • Dann erhält sie ihren ersten Auftrag im „Kulturkrieg“. Es geht um die versteckte Förderung von Autoren, Zeitschriften, Verlagen, die die „richtige“ Einstellung haben und verbreiten können. Serena, die leidenschaftliche Leserin, ist die perfekte Besetzung, um in einem literarischen Zirkel junge, aufstrebende Autoren zu infiltrieren; Codename: Honig. Sie wird auf Tom Haley angesetzt, über eine Stiftung soll sie ihm ein Stipendium zukommen lassen, damit er seinen ersten Roman schreiben kann. Sie liest seine verstörenden Kurzgeschichten, von denen zwei im Buch abgedruckt sind; sie lernt den Autor besser kennen, sie verlieben sich und beginnen eine intensive Beziehung. Tom nimmt das Stipendium an und kann seine schlecht bezahlte Dozentenstelle aufgeben.
  • Wie lange kann Serena die Fiktion ihrer falschen Identität aufrechterhalten? Und nicht nur sie verbirgt Geheimnisse. Auch Serena und ihre Kolleginnen werden überwacht und bespitzelt.
  • Tom schreibt eine deprimierende Endzeit – Novelle, die die Erwartungen des MI 5 nicht erfüllt, aber den Jane – Austen – Preis erhält.
  • Das England der 70iger Jahre war der „kranke Mann Europas“, Ölkrise, Bergarbeiterstreiks, die Klassengesellschaft löst sich auf.
  • In diesem Roman spielen Literatur und Politik eine wichtige Rolle; ebenso wie Liebe, Verrat, Intrigen und Identitäten.
  • Elegante Prosa, subtiler Witz, überschreitet Genre – Grenzen mit ironischer Leichtigkeit.

 

 

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