Heidis E-Book des Monats

Unsere Kollegin Heidi Prax stellt einmal im Monat unter dem Motto „Bücher und mehr“ in unserer Bücherei neue Bücher abseits der Bestseller-Listen vor, die sie selbst gelesen und bewertet hat. Passend dazu gibt es in unserem Blog „Heidis E-Book des Monats“.

Wir wollen Ihnen jeden Monat zwei dieser besprochenen Titel vorstellen.

Lilly Brett: Lola Bensky

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  • Eine sehr autobiographische Geschichte; Lola wurde 1946 in einem Lager für Displaced Persons in Feldafing geboren, ihre Eltern haben im Ghetto von Lodz geheiratet, wurden in Auschwitz getrennt und fanden sich nach dem Krieg als einzige Überlebende ihrer beider Familien wieder. 1948 Emigration nach Australien.
  • 1965, nach Abbruch der Schule (weil sie statt zur Prüfung ins Kino ging), beginnt sie, für ein Rockmagazin zu schreiben, sie reist nach England und Amerika und interviewt die bekanntesten Rockmusiker ihrer Zeit, oft am Beginn ihrer Karriere: Jim Morrison, Janis Joplin, Mick Jagger, Cher usw., und sie besucht Konzerte und Festivals (Monterey Pop) und schreibt darüber . Mit Anfang 20 geht sie zurück nach Australien, heiratet ihren Jugendfreund, bekommt drei Kinder und ist Hausfrau und Mutter. Nach 10 Jahren trennt sie sich, geht nach New York, heiratet den Maler David Rankin und beginnt zu schreiben. Der autobiographische Roman endet, als Lola mit 62 Jahren nach jahrzehntelanger Analyse endlich schlank ist.
  • Hier, wie in ihren meisten Büchern, zeigen sich die zentralen Themen ihrer Familiengeschichte: Das Trauma und die Schuldgefühle der Überlebenden des Holocaust und ihrer Nachkommen, das Schweigen, die psychischen Deformationen, die sie an ihre Kinder weitergeben. Die Emigration, so weit weg wie nur möglich mit allen Schwierigkeiten und Problemen. Und Lolas eigenen Neurosen und Traumata: die Eßstörungen, die Panikattacken, die Alpträume, die Bindungsängste usw. Ihre Mutter hatte jahrelang im KZ gehungert, und wer nicht dünn war, hatte sich Essen ergaunert. Und ihre Tochter war nicht dünn.
  • Selbstironische, oft sehr komische Schilderung jüdischer Identitäten, Rollen, Zweifel, Unvollkommenheiten.

 

 

 

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