Heidis E-Book des Monats

Unsere Kollegin Heidi Prax stellt einmal im Monat unter dem Motto „Bücher und mehr“ in unserer Bücherei neue Bücher abseits der Bestseller-Listen vor, die sie selbst gelesen und bewertet hat. Passend dazu gibt es in unserem Blog „Heidis E-Book des Monats“.

Wir wollen Ihnen jeden Monat zwei dieser besprochenen Titel vorstellen.

Andrea Camillieri: Die Tage des Zweifels

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  • Während eines verheerenden Unwetters rettet Commissarion Montalbano eine junge Frau, die auf dem Weg zum Hafen von Vigata ist, um ihre Tante Livia auf deren Yacht zu besuchen. Kurz darauf wird im Fahrwasser einer Luxusyacht ein namen- und gesichtsloser Toter in einem Schlauchboot angetrieben. Kapitän ist besagte Livia, eine nonchalante Dame in den Fünfzigern, mit einer mysteriösen Aura um sie und ihre Crew. Auch Montalbano weiß schon bald, daß die beiden Damen nicht miteinander verwandt sind. Warum lügen ihn die beiden an? Viele Fragen, denn der Commissarion hat sich auch noch verliebt, in die junge Laura, Chefin der Hafenpolizei.
  • Es geht um den „Kimberley – Prozess“, den Schmuggel von Blutdiamanten aus Südafrika und Sierra Leone.
  • Eine wunderbar verzwickte Geschichte, mit Charme, Witz, feiner Ironie, viel Lokalkolorit und viel gutem Essen.
  • Andrea Camillieri: geboren 1925 in Sizilien, Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller. Seit 1942 Theaterregisseur, führte u. a. Ionesco, Strindberg und Beckett in Italien ein. Unterrichtete als Professor in Italien und im Ausland Regie.

1944 begann er die Serie um den Commissario Montalbano, einem Sizilianer, den er nach seinem Vorbild, dem spanischen Schriftsteller Manuel Vasquez Montalban benannte. Er liebt Literatur, die sizilianische Küche, deren Spezialitäten er genüßlich und ausführlich beschreibt (zum Teil mit Rezepten im Anhang). Er hat ein starkes Empfinden für Gerechtigkeit, viel Verständnis für die kleinen Leute, viele Schwierigkeiten im Umgang mit Vorgesetzten / Autoritäten sowie eine ausgeprägte Abneigung gegen Papierkram. Launisch, reizbar, wetterfühlig, verläßt er sein geliebtes Sizilien ungern, auch nicht, um seine Dauerverlobte Livia in Genua zu besuchen.

  • Camillieri benutzt seine Figur, um aktuelle Probleme in Italien zu thematisieren: illegale Einwanderer, Menschenhandel, Prostitution, Korruption, Mafia, Internetkriminalität. Angewidert von den gesellschaftlichen und politischen Vorgängen und Veränderungen, von der zunehmenden Brutalität, wird vor allem seine ausnehmend kritische Haltung gegenüber Berlusconi und seiner Regierung deutlich, ohne jemals Namen zu nennen.
  • In häufigen literarischen Anspielungen (Shakespeare, Poe, Faulkner, Pirandello) stellt er auch Bezüge zum absurden Theater her (Kollegen des Commissario usw.)
  • Camillieri verfaßte auch zahlreiche Romane, Hörspiele, Kurzgeschichten.

 

 

 

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