Heidis E-Book des Monats

Unsere Kollegin Heidi Prax stellt einmal im Monat unter dem Motto „Bücher und mehr“ in unserer Bücherei neue Bücher abseits der Bestseller-Listen vor, die sie selbst gelesen und bewertet hat. Passend dazu gibt es in unserem Blog „Heidis E-Book des Monats“.

Ab August wollen wir großzügig sein und pro Monat zwei Titel vorstellen.
Hier ist der Zweite.

Anne Sinclair: Lieber Picasso, wo bleiben meine Harlekine?

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  • Die in den USA geborene Anne Sinclair wird dort auf einem Paßamt gefragt: Können Sie nachweisen, daß ihre Eltern Franzosen waren? Diese Frage konfrontiert sie unerwartet mit ihrer Familiengeschichte und gibt ihr den Anlass, den Spuren ihres berühmten Großvaters, des jüdischen Galeristen und Kunstsammlers Paul Rosenberg, einem der bedeutendensten Kunsthändler des 20. Jahrhunderts, nachzuforschen.
  • 1910 eröffnet er in Paris seine erste Galerie und erregt großes Aufsehen in der Kunstwelt mit seiner Ausstellungen der noch unbekannten Maler Pablo Picasso, Matisse, Leger, Braque und vieler anderer. Mit großer Liebe, Hingabe, Interesse, Sachverstand und Leidenschaft verfolgte er neue Strömungen in der bildenden Kunst und sammelte exzessiv. Viele Jahre hatte er die Exklusivvertretung von Picasso und Matisse; er unterstütze sie und verhalf ihnen zu wirtschaftlichem Erfolg. Picasso wohnte nebenan und malte Portraits der Familienmitglieder.
  • Bis 1940 die Nazis sein Haus und seine Galerie plünderten und ihm einen Großteil seiner Sammlung abnahmen, um die „entartete Kunst“ gegen harte Devisen weiterzuverkaufen. Die Familie mußte in die USA emigrieren. Einiges kann er retten, auslagern oder mitnehmen. Hunderte von Gemälden der berühmtesten Künstler werden gestohlen, verschoben, vernichtet, verschwinden jahrzehntelang, häufig sind Nachbarn und Bekannte beteiligt. „Trotzdem reichte der in die USA gerettete Fundus aus, um zwei Familien 50 Jahre lang ein komfortables Leben zu ermöglichen“.
  • Anne erzählt die Geschichte ihrer Eltern und Großeltern, Juden aus dem französischen Großbürgertum, wohlhabend, gebildet und kultiviert, und dem Antisemitismus, den es in Frankreich auch vor 1940 gab. Sie zitiert Auszüge aus dem freundschaftlichen Briefwechsel mit Picasso und Matisse, der kenntnisreichen Teilnahme am künstlerischen Prozess. Ebenso deutet sie die pikante Affäre ihrer Großmutter mit dem größten Konkurrenten ihres Mannes, Wildenstein, an.
  • Ein weiterer zentraler Punkt ist der organisierte Kunstraub der Nazis, vor allem durch Göring, in ganz Europa, dem System der Plünderung und Enteignung der großen jüdischen Sammler wie Kahn, Wildenstein, Rothschild und eben Rosenberg. Sie schildert auch die Schwierigkeiten nach dem Krieg, um wenigstens einige Werke zurück zu erhalten (ungeklärte Ansprüche, Beweise durch Photos und Briefe usw).
  • Anne Sinclair wurde 1948 in New York geboren, Star – Journalistin,TV – Moderatorin, Autorin, Chefredakteurin der franz. Huffington Post, Ehefrau von Strauß-Kahn; erbte von ihrem Großvater Gemälde im Wert von mehreren Millionen Euro.

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