Digital Rights Management (DRM)

Liebe Bloggemeinde,

heute soll es um das Thema Digital Rights Management (DRM) gehen, das ja bekanntlich in unserer Onleihe verankert ist. Frei übersetzt könnte man dazu digitales Rechtevergabe-System sagen, das dem Nutzer bestimmte Möglichkeiten in der Nutzung von eBooks, eAudios etc. bietet. Bei kritischer Betrachtung wäre der Begriff digitales Rechtebeschränkungs-System sehr passend. Klar ist natürlich, dass die Rechte bei digitalen Büchern deutlich geringer ausfallen als bei der jeweiligen gedruckten Ausgabe. Während man die Printausgabe verleihen, verkaufen oder verschenken kann, ist das bei der virtuellen Variante nicht möglich. In der Regel sind geliehene oder gekaufte eBooks an das eigene Konto gebunden und können weder verliehen noch verkauft werden. Man erwirbt also nur die Lizenz, die Bücher zu lesen und besitzt das Buch nicht.

2009 kam es bei Amazon-Kunden zu der Rücknahme des Buches „1984“ von George Orwell. Das Problem lag daran, dass eine illegale Kopie des Buches im Kindlestore zur Verfügung gestellt wurde, d.h. ohne Einverständnis des Verlages. Daraufhin musste das erworbene Buch von allen Kindlegeräten entfernt werden und die Kunden erhielten den Kaufpreis zurück erstattet.

Dieser Fall deckt natürlich mehrere Probleme auf. Zuerst könnte der jeweilige E-Book-Onlineanbieter (in diesem Fall Amazon) auf die Konten der Kunden zugreifen und ggf. erworbene Bücher wieder entfernen lassen, sofern ein trifftiger Grund wie oben vorliegt. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, das Leseverhalten der Kunden zu speichern (z.B. welche Lesezeichen setzen andere Kunden, welche Sätze werden unterstrichen oder welche Bücher kauften andere). Dadurch ist es möglich, Werbung von neuen Büchern noch individueller auf den Kunden zuzuschneiden.

Was zu bedenken ist, ist der Umstand, was passiert, wenn man z.B. kein Kunde mehr bei Amazon ist oder ein anderer Anbieter für eBooks vom Markt verschwindet, z.B durch Insolvenz. Bei einer Firmenpleite wäre das insofern interessant, wenn kein neuer Käufer gefunden würde, der die eBook-Sparte übernimmt, ob dann der Zugriff für die Kunden auf ihre gekauften Bücher permanent gesperrt wäre? Eine weitere Frage, die sich stellt, ist die: Was passiert mit den Büchern, die die Kunden auf ihre mobilen Geräte z.B. von Adobe Digital Eiditons übertragen haben? Diese sind dann trotz der Insolvenz des Anbieters ja noch existent. Dürfen diese weiter genutzt werden?

Werfen wir noch einmal den Blick auf die fehlende Möglichkeit, eBooks gebraucht zu verkaufen. Einerseits ist es richtig zu sagen, dass ein digitales Buch nicht altern kann (zumindestens äußerlich, inhaltlich ist das trotzdem gut möglich), andererseits stellt sich aber schon die Frage, wie oft liest man ein und das selbe Buch? Bei manchen kann das mehrfach der Fall sein, aber für wie viele Bücher trifft das zu? Als Printausgabe würde man das Buch jetzt verschenken, verleihen oder verkaufen. Ich glaube nicht, dass sich das Leseverhalten von Print zu Digital in dieser Hinsicht signifikant verändern wird. Man kann es schon verstehen, dass Verlage davor Angst haben, dass sich Bücher im Digitalmarkt dadurch zu sehr verbreiten, aber andererseits ist das ja im Printmarkt an der Tagesordnung.

Egal ob man jetzt seine Bücher in der Bibliothek ausleiht oder am Flohmarkt gebraucht kauft. Einige Bücher kauft man selbst, andere halt nicht. Wer den Kopierschutz umgehen will, hat das bereits getan. Ein 100 % sicheres Kopierschutzsystem wird es nie geben, daher ist es wichtig, den Kunden zu vertrauen und nicht mit zu restriktiven DRM-Maßnahmen vor den Kopf zu stoßen.

Quellen: Artikel zu „1984“ von Spiegel.de

Artikel zu „Ist der Verkauf von ‚gebrauchten‘ E-Books zulässig?“ IT-Recht Kanzlei München

Artikel zu „Wem gehört das eBook?“ http://www.internetrecht-nuernberg.de/urheberrecht/urheberrecht_ebook.html

Ein Gedanke zu “Digital Rights Management (DRM)

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