Heidis E-Book des Monats

Unsere Kollegin Heidi Prax stellt einmal im Monat unter dem Motto „Bücher und mehr“ in unserer Bücherei neue Bücher abseits der Bestseller-Listen vor, die sie selbst gelesen und bewertet hat. Passend dazu gibt es in unserem Blog „Heidis E-Book des Monats“.

Für den Wonnemonat Mai etwas Besonderes:

Ralph Turner: Eleonore von Aquitanien

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  • Geboren 1124, die Erbtochter des Herzogs von Aquitanien, ein großes Herrschaftsgebiet im Südwesten Frankreichs mit großer Eigenständigkeit und Autonomie gegenüber dem französischen König. Mit 13 Jahren heiratet sie den König von Frankreich, Ludwig VII, dem sie in 15 Jahren „nur“ zwei Töchter gebiert. Sie begleitete ihren Mann auf den zweiten Kreuzzug (1147 – 1149). 1152, nach fünfzehn Jahren wurde die Ehe wegen „zu nahem Verwandschaftsgrades“ geschieden.          („Ich habe einen Mönch geheiratet, keinen Mann“.) Zwei Monate später heiratet sie Heinrich von Plantagenet, der 1154 König von England wurde, auch zum Schutz ihres Erbes, dem großen reichen Herzogtum, auf das der König von Frankreich ein Auge geworfen hatte. Zusammen hatten sie acht Kinder, darunter König Richard Löwenherz und Johann Ohneland.
  • Konflikte mit Heinrich entstanden sowohl durch seine zahlreichen Affären als auch durch ihre langen Trennungen, in denen sie Aquitanien und er England regierten. Sie steigerten sich durch Heinrichs zögerliche, ungerechte, ungleiche und wechselnde Regelung seiner Nachfolge und seines Erbes. Hier entstanden die Gründe für den Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich.

 

  • Sie unterstützt ihre Söhne beim Aufstand gegen den Vater, der jedoch scheitert. Heinrich stellt Eleonore 16 Jahre in einer abgelegenen Burg unter Hausarrest (Besuchs- und Schreibverbot), bis zu seinem Tod.
  • In den Erbstreitigkeiten um seine Nachfolge unterstützt sie ihren Lieblingssohn Richard. Während seines Kreuzzuges übernahm sie erfolgreich, kompetent und durchsetzungsfähig die Regentschaft, um ihm das Reich zu bewahren. Nach seiner Gefangennahme trieb sie das hohe Lösegeld auf und holte ihn nach England und auf den Thron zurück. Nach dem Tod Richards („Jagdunfall“?) unterstützte sie ebenso vehement ihren letzten überlebenden Sohn Johann Ohneland, obwohl er offensichtlich ungeeignet war. Auch für ihre Töchter arrangierte sie Heiraten in europäische Herrscherhäuser, um Allianzen zu schmieden. Noch mit über 70 Jahren unternahm sie weite, anstrengende Reisen, um Unionen und Verbindungen zu schaffen.
  • Eine unabhängige, willensstarke, gebildete Frau, die sich der vorgeschriebenen Rolle als Frau nicht beugte. Sie förderte und unterstützte Kunst, Literatur, Bildung und hatte vor allem mit dem Klerus Konflikte und Auseinandersetzungen.
  • 1204, mit 80 Jahren, starb sie im Kloster Fontevraut im heutigen Belgien. Viele Legenden, Mythen, Bücher und Filme sind über sie entstanden.

 

 

 

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